Kunstperformance

Kunstperformance

Anlässlich der neuen Ausstellung zu expressiven Ansichten Stotternheims (seit 07.10.2010) studierten Schülerinnen und Schüler des Wahlpflichtbereiches Darstellen und Gestalten der Regelschule Stotternheim eine gelungene Szenencollage zum besseren Verständnis der modernen großformatigen Bilder ein. 

 

Ist man zu Ausstellungseröffnungen doch eher den feierlichen Vortragsstil gewohnt, um Aussagen zu Kunstrichtungen und Künstlern zu vermitteln, so haben die Schülerinnen und Schüler eine etwas andere Art der Präsentation, nämlich die Performance mittels Darstellenden Spiels, gewählt. Auf diesem Wege wurden die vielen Besucher nicht nur abwechslungsreich unterhalten, sie konnten vor dem Rundgang durch die Ausstellung auch viele Informationen zur Farbwirkung, zum Farbauftrag und zu bewusst aufschreienden Kontrasten erfahren.

Die Mädchen des Kurses der 7. Klassen spielten herumflanierende Damen, die sich die ausdrucksstarken Kunstwerke zu Gemüte führten, obwohl sie doch eher mit ihrem auffallenden Outfit beschäftigt waren, sich mehr im Spiegel beobachteten, Röcke und Netzstrümpfe zurechtzupften und sich über das Erscheinungsbild nebst Schmuckklunkern anderer „Ausstellungsbesucherinnen“ ohrenbetäubend aufregten. Das Sehen-und-Gesehen-werden  spielt eben zu kunstträchtigen Veranstaltungen auch eine große Rolle, wobei das eigentliche Kunstverständnis und echtes Kulturerleben unter dem Prestigegehabe mancher  Leute untergeht. Dies galt es kritisch zu beleuchten, was den jungen Damen wohl auf ganz entzückende und natürlich auch bewusst affektierte Weise gelungen ist. Verstärkung erfuhren die schrillen Damen von debattierenden Kunstprofessoren – gespielt von den Acht- und Neuntklässlern. Diese nahmen in ihrer Darbietung nicht nur das typische Erscheinungsbild  von Kunstkennern und -kritikern aufs Korn, sondern auch so manchen Farbenstreit innerhalb der Bilder unter die Lupe. Dass sich Farben für den Betrachter imaginär streiten können, demonstrierten drei Theaterneueinsteigerinnen der fünften Klassen. Grün tritt resolut gegen das aufflammende Rot an. Beide ziehen sich allerdings zurück, weil sie auf die Erhabenheit der gelben Farbe, die sich als die leuchtendste und schönste sieht, keine Worte mehr finden.

Bevor die Besucher den Rundgang durch die Ausstellungsräumlichkeiten antraten, konnten sie sich begleitet von einer Fotopräsentation über den Werdegang des künstlerischen Prozesses der in der Ausstellung gezeigten Bilder informieren.

Die Acrylleinwände gehören nun mit der Vernissage der Ortsteilverwaltung Stotternheim. Angedacht sind natürlich auch andere Ausstellungen. In dieser Zeit könnten die Kunstwerke im Stil des Expressionismus (Kunstrichtung von 1905 bis 1920) auch in anderen Institutionen gezeigt werden.

Dass sich das Kunstleben in Stotternheim entwickelt, ist vielen Unterstützern und Sponsoren zu verdanken, die nicht nur die hochwertigen Gestaltungsmaterialien finanzieren, sondern auch die Präsentationen ausstatten…damit beim Kunstgenuss der Magen nicht knurrt.

 

U. Schunk

 

Weitere Bilder zur Vernissage finden Sie in unseren Bilderalben!

News 2010/2011

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